Gestern habe ich Ben Kei gespielt in der Lobby, und dabei etwas gelernt über meine Psyche. Um was es sich dabei genau handelt, erkläre ich Euch hier.
Ich spiele das Ben Kei Deck nach einer Vorlage von Agita3000. Im Deck sind 3 Eisenschmied Kotetsus, und diese Kotetsus lösen Alarmstufe Rot bei jedem Gegner aus. Sobald ich mir mit den Kotetsus Kraft der Magie oder eine andere Ausrüstungskarte aus dem Deck suche, ist das Ergebnis fast immer, dass der Gegner seinen Spielzug nicht abschließt, ohne in Main Phase 2 mehrere Karten in seine Zauber/Fallenzone zu setzen. Nun folgt mein Spielzug, ich habe alles auf der Hand, nur eine Riesentrunade oder ein schwerer Sturm fehlt mir leider, um ungestört mit Ben Kei gewinnen zu können.
Jetzt habe ich ein Problem, und eine Entscheidung zu treffen: Greife ich an, obwohl beim Gegner 2 oder mehr Zauberkarten/Fallenkarten gesetzt sind, oder warte ich noch eine Runde um vielleicht einen schweren Sturm zu ziehen? Gestern habe ich mich immer für die offensive Variante entschieden und sofort angegriffen, und war fast immer erfolgreich damit, da meine Gegner nur geblufft haben, und alle gesetzten Zauber- und Fallenkarten nichts gegen Ben Kei ausrichten konnten (Voreiliges Begräbnis, PoA, Makrokosmos, Verborgenes Geschütz, ….). Es hätte natürlich auch anders ausgehen können, aber das ist nicht der Punkt.
Mir geht es um die angeschlagene Psyche von Spielern, die schon ein paar 100 oder sogar mehrere 1000 Spiele hinter sich haben, und schon unzählige Male in Spiegelkraft oder Reißender Tribut gelaufen sind. Man entwickelt mit der Zeit eine Paranoia, man vermutet hinter jeder gesetzten Karte eine Spiegelkraft oder einen Reißenden Tribut. Je mehr Spiele man spielt, und je öfters man in Fallen läuft, desto vorsichtiger wird man. DAS IST AUCH GUT SO!!!
Sehr schlecht wird es nur dann, wenn man übervorsichtig wird. Diese Grenze zwischen guter Vorsicht und schlechter Übervorsicht ist leider sehr schwer zu ziehen, und man kann sie nicht erklären.
Jeder kennt jedoch nach einem verlorenen Spiel das Gefühl, dass er zu geizig, zu gierig, oder zu vorsichtig war. Eben zu sehr auf pluuus oder auf Sicherheit gespielt hat. Wenn man sich nach solchen Spielen das Duelprotokoll ansieht, merkt man dann oft, dass man gewonnen hätte, wäre man nicht zu vorsichtig/gierig gewesen.
Man muss wirklich als älterer Spieler aufpassen, um nicht in dieses Loch zu fallen, ohne es vielleicht zu bemerken. Man wird sonst plötzlich schlechter, und hat keine Erklärung dafür, da man doch immer brav und vorsichtig die Karten gespielt hat, genau wie es die Top-Spieler machen. Genau das war jedoch der Fehler. Man überlegt zu viel, man denkt zu viel, und man wird übervorsichtig.
Am schlimmsten kann das werden bei YOC Vorrunden, oder bei Gunslinger, wenn es um sehr viel geht. Wenn man in YOC plötzlich unter dem zusätzlichen Druck seine Leichtigkeit verliert, mit der man normalerweise die Lobby-Spiele spielt, kann man gleich aufgeben. Dann setzt man Monster, die man eigentlich in Angriff spielen müsste. Oder man setzt aus lauter Übervorsicht und aus Angst Nachteil zu machen nur eine Fallenkarte im ersten Zug, über die dann der gegnerische Reaper erfolgreich angreifen kann. Oder man hat solche Angst vor dem gegnerischen Gorz.
Kurz: Man spielt plötzlich nicht mehr das, was man in einem normalen Spiel wo es um nix geht spielen würde.
Meiner Psyche hat das gestern so richtig gut getan, mal mit Ben Kei ohne schwerer Sturm über 2 gesetzte Zauber/Fallenkarten des Gegners anzugreifen, ohne das etwas passiert ist. Das war wichtig für mich, weil ich nun bemerkt habe, welch übervorsichtigen Spielstil ich mir angeeignet habe. Mir ist jetzt auch klar geworden, was ich so an den Top-Spielern bewundert habe in letzter Zeit: Ihren Mut beim Spiel.
yamimoha aus dem YGO Online Fan Forum hat mir mal in einer PN geschrieben, dass Tsukuyomi777 trotz seines offensiven und mutigen Spielstils oft gewinnen kann, ohne allzuviel auf Vorteil zu achten. Das hat natürlich auch was mit Topdecken zu tun. Ein gewisser show24 hat es erst gestern in der 3. YOC Vorrunde ebenfalls vorgeführt, wie man mutig spielt, und sich für das YOC Finale qualifiziert… durch eine Topdeck-Dimensionsfusion gegen BakaGer.
Mut 1 – Vorsicht 0
Damit bedanke ich mich für Euer Interesse, und hoffe, dass Euch der Artikel ein bisschen gefallen hat und Euch weiterhilft.
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29. Juli 2008 um 16:11
Hi^^
Das is mir schon oft passiert,das ich aus Nervosität nicht angegriffen hab,weil ich dachte dass ein Mirror oder ähnliches liegt.
Vorallem beim Gs is sowas manchmal tödlich für ein Duell.
ZU grosse Vorsicht is echt ungesund,deshalb hab ich mir angewöhnt einfach straight zu attackieren^^
Denn es kommt zeimlich oft vor,dass dein Gegner Blufft.
Einen schönen Tag noch..
2. November 2008 um 17:01
Ja Miglo, bei mir passiert das auch manchmal (eher selten), am besten greift man da nicht an oder nur mit 1 Monster in Angriffsposition und der rest Verteidigungsposition, aber nur, wenn man eine Konterkarte oder so verdeckt hat und sicher ist, dass der gegner es nicht so leich zerstören kann wie z.B. Waboku