Verfasst von: cu30000 | 11. Dezember 2008

Metagame-Matrix

Welches Deck ist das beste? Diese Frage muss sich jeder Turnier-Spieler stellen. Eine Antwort könnte eine Metagame-Matrix geben, die ich hier nun für die Gladis gemacht habe:

 

Deck Häufigkeit Chancen für Gladis
Lichtverpflichtete  +++ 50:50
Gladis  +++ 50:50
Appi-Monarchen-DAD  ++ 60:40
Burner  + 70:30
FC  + 60:40
Gadgets  + 60:40
zutuu Morpher  + 70:30
Ben Kei  + 70:30

Was heißt das jetzt?

Ganz links steht immer das Deck gegen das man mit seinen Gladis spielt. In der Mitte der Matrix steht die zu erwartende Häufigkeit des jeweiligen Decks (+++ heißt sehr häufig, + eher selten gespielt). Rechts steht die Gewinnchance für die Gladis gegen das jeweilige Deck.

Beispiel:

Gegen Lichtverpflichtete, die +++ haben und damit oft gespielt werden, hat man mit seinen Gladis eine Chance von 50:50 zu gewinnen, also ausgeglichen. Gegen Gadgets, die nur ein + haben (also selten gespielt werden), hat man eine Chance von 60:40, also ganz ok.

Problem

Die Gewinnchancen sind nur geschätzt. Man müsste ausgiebig testen um genauere Gewinnchancen gegen ein bestimmtes Deck zu ermitteln.

Verbesserungen

Die Gladis, die man bei dem Beispiel spielen möchte, haben gegen bestimmte Decks nur eine 50:50 Chance. Jetzt kommt es erstens mal drauf an, ob diese anderen (Problem-)Decks häufig gespielt werden. Falls das so ist, wie bei den Lichtverpflichteten, die +++ haben bei der Häufigkeit, muss man sich was überlegen, um die 50:50 Chance möglichst zu einer 60:40 Chance oder besser zu machen. Was tut man also? Klar, man packt sich Karten ins Deck/Sidedeck, die gegen Lichtverpflichtete (oder eben gegen die „Problem-Decks“) die Chancen des eigenen Decks erhöhen. Also würde man in unserem Gladis-Beispiel Karten wie Lichteinsperrender Spiegel ins Sidedeck packen, oder falls man nur Einzelduelle spielt, wie beim Cup (YOC), packt man sich beispielsweise Bodenlose Fallgrube ins Deck und weitere böse Karten.

Kompromiss-Lösung gefragt

Man muss sich jetzt natürlich gut überlegen, inwieweit man sich gegen ein bestimmtes Deck schützen will, und inwieweit man dadurch gegen andere Decks anfälliger wird. Es nutzt ja nix, wenn man sich mit seinen Gladis gegen die Lichtverpflichteten so gut wappnet, dass man auf eine Gewinnchance von 70:30 kommt, und dafür plötzlich gegen andere Decks aus der Metagame-Matrix extreme Nachteile hat, und beten muss, nur gegen Lichtverpflichtete spielen zu müssen.

Anti-Lösung

Wenn man die Kompromiss-Lösung nicht schafft, oder wenn man Gladis und Lichtverpflichtete grundsätzlich nicht spielen möchte, kann man was komplett anderes machen, was sogar von manchen Turnier-Spielern empfohlen wird: Anti-Deck bauen gegen die Decks die +++ als Häufigkeit haben, also in dem Fall gegen Gladis und gegen Lichtverpflichtete. Mit dem Anti-Deck schaltet man fast alle Gegner aus, bekommt aber gröbere Probleme, wenn man nicht auf +++ Decks trifft (also einen Gegner bekommt, der nicht Gladis und nicht Lichtverpflichtete spielt). Man muss sich also auch bei der Anti-Lösung gut überlegen, ob tatsächlich 90% oder mehr Gladis und Lichtverpflichtete spielen, oder ob der Anteil vielleicht doch nur bei 70% als nicht viel mehr als 2/3 liegt, und damit 1/3 (ein Drittel) der Gegner ein anderes Deck spielen, gegen das man mit dem eigenen Anti-Deck ziemlich chancenlos ist. Dann müsste man sich vielleicht nochmals die Metagame-Matrix ansehen, und wieder Kompromisse eingehen, damit man wiederum gegen diese anderen Decks auch nicht so schlecht aussieht. Das ist aber leider fast unmöglich und extrem schwer, denn das perfekte Deck, mit dem man jedes andere Deck weghaut, muss erst noch gebaut werden.

Auf die Sidedecks im Match-Modus gehe ich jetzt nicht mehr ein. Nur soviel: Im Prinzip gelten eigentlich die gleichen Überlegungen fürs Sidedeck wie für das Hauptdeck, nur dass man beim Sidedeck nochmal eine Ecke weiterdenken muss/kann, und überlegen könnte, was der Gegner jeweils sidedecken wird, und wie man darauf reagieren wird mit dem eigenen Sidedeck, welches das gegnerische Sidedeck antizipiert (mitdenkt und auskontert).

Der ganze Artikel ist als offener Artikel zu sehen, der bloß ein paar Anstöße gibt und zur Inspiration gedacht ist. Ich behaupte nicht, dass irgendwelche dieser Überlegungen bereits der Weisheit letzter Schluss sind, oder immer funktionieren :-)

WEITERLESEN:

eTCG.de – Die Sammelkartenspiel Community | Vs. System
(etwas unten im Artikel findet man auch so eine Metagame-Matrix)

Erklärungen, Entgleisungen & Entschuldigungen
(vom magicthegatheringblog, etwas unten im Artikel wird auch das Thema Metagame-Matrix angesprochen) 

 

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Responses

  1. nice artikel!…taugt mir sehr. Gut geschrieben und auch gute Analysen durchgeführt.


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